DIZG meldet mehr Gewebespenden und Versorgungen mit Transplantaten denn je

(BUSINESS WIRE)–Das Deutsche Institut fur Zell- und Gewebeersatz (DIZG) hat im Jahr 2015 ein Spendenhoch verzeichnet: 7.357 Einzelgewebe von lebenden und verstorbenen Menschen gingen im Laufe des vergangenen Jahres beim DIZG ein. Nie zuvor konnte eine so hohe Zahl erreicht werden. Dabei stieg allein die Zahl der gespendeten HuftkAlpfe um rund 46 Prozent gegenuber dem Vorjahr. Diese erfreuliche Entwicklung geht aus dem Jahresbericht 2015 hervor, den das gemeinnutzige Institut soeben verAlffentlicht hat. Danach konnte das DIZG insgesamt 35.699 Transplantate aus gespendetem Knochengewebe, Sehnen, Haut, Fascia und Amnion zur klinischen Anwendung abgegeben – knapp zwAllf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Mehr als 35.000 Patienten in rund 800 klinischen Einrichtungen, davon etliche mit schwersten Knochendefekten, profitierten von den rund 350 unterschiedlichen Transplantatvarianten.

“Dass wir unsere VersorgungskapazitA�ten derart ausbauen konnten, versetzt uns in die Lage, Kliniken und deren Knochenbanken noch viel besser zu unterstutzen, etwa wenn es dort zu technisch bedingt EngpA�ssen kommt”

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DIZG-GeschA�ftsfuhrer Jurgen Ehlers erklA�rt den positiven Trend mit dem kontinuierlichen Ausbau der Spenderprogramme und der hohen Bereitschaft zur Gewebespende in der BevAllkerung. “Dafur sei allen Spenderinnen und Spendern aufrichtig gedankt, nicht zu vergessen das Klinikpersonal, dessen unermudlicher Einsatz es ermAlglicht hat, dass der Wille zur Spende in die Tat umgesetzt werden konnte”, sagte er. Dies habe die Rolle des DIZG als Notversorger weiter gestA�rkt – im Sinne einer besseren Patientenversorgung. “Dass wir unsere VersorgungskapazitA�ten derart ausbauen konnten, versetzt uns in die Lage, Kliniken und deren Knochenbanken noch viel besser zu unterstutzen, etwa wenn es dort zu technisch bedingt EngpA�ssen kommt”, betont Ehlers. Dadurch kAlnne man auch die wachsende Nachfrage aus NachbarlA�ndern wie Osterreich und Schweiz umfassender erfullen. “Das stimmt uns froh, denn unsere Transplantate werden wegen ihres hohen Sicherheitsniveaus und ihrer Zulassung nach dem Arzneimittelgesetz zunehmend auch von erfahrenen Chirurgen auslA�ndischer Kliniken geschA�tzt”, so Ehlers.

Mit dem Anstieg an Gewebespenden ist auch die Verfugbarkeit von bereits bedarfsgerecht zerkleinerten Spongiosa-Transplantaten gestiegen. Hiervon profitieren vor allem Patienten aus der WirbelsA�ulenchirurgie, der endoprothetischen Revisionschirurgie und der Traumatologie. Diese vorbereiteten Transplantate werden immer beliebter, da sie OP-Zeiten reduzieren und zum Beispiel die Risiken fur nosokomiale Infektionen absenken.

Daruber hinaus zeigt der Jahresruckblick einen weiteren positiven Trend: 2015 konnte das DIZG mehr Verbrennungspatienten mit allogener Spalthaut versorgen und dadurch mehr Leben retten. Das bekannteste Beispiel ist der Fallbericht des Jungen Tito aus Angola, dessen KAlrperoberflA�che zu 70 Prozent verbrannt war und der ohne die Spenderhaut des DIZG seine Verbrennungen nicht uberlebt hA�tte.

Mit der Herstellung von allogenen Spalthaut-Transplantaten hat das gemeinnutzige DIZG bereits im Jahr 2014 ein weiteres Kapitel im Bereich der Versorgung von Schwerstbrandverletzten erAlffnen kAlnnen. MAlglicherweise kommt jetzt sogar noch ein weiteres Einsatzgebiet hinzu: Auch Chirurgen, die sich mit der chirurgischen Versorgung chronischer Wunden und den daraus resultierenden oft schwerwiegenden Folgen befassen, sind auf allogene Spalthaut aufmerksam geworden. Daneben ruckten auch azellulA�re Dermis und humanes Amnion in den Fokus der Wundbehandlung. “Dies spornt uns an, in den nA�chsten Jahren wissenschaftlich zu ergrunden, inwieweit unsere Transplantate zu einem schnelleren und stabileren Wundverschluss beitragen kAlnnen”, erlA�utert Ehlers.

Zuversichtlich zeigt sich der DIZG-GeschA�ftsfuhrer auch beim Engagement gegen die kurzlich eingefuhrte Umsatzsteuer auf Knochentransplantate. Hier habe man im vergangenen Jahr wichtige Etappenziele erreichen kAlnnen und viel Unterstutzung durch die Deutsche Gesellschaft fur OrthopA�die und Unfallchirurgie (DGOU) erfahren. Nach Auffassung des DIZG und der DGOU sind Knochen ebenfalls Organe, auf deren Basis der Staat keine Einnahmen aus der Umsatzsteuer erzielen sollte. Das DIZG wird deshalb sein Engagement im Interesse der Patientenversorgung und der Gewebebanken in den kommenden Monaten fortsetzen. Ehlers: “Alles in allem blicken wir auf ein erfolgreiches Jahr zuruck, aus dem viele Chancen und ebenso viele “Hausaufgaben” fur das Jahr 2016 entstanden sind.”

Aber das DIZG

Das Deutsche Institut fur Zell- und Gewebeersatz (DIZG) ist ein gemeinnutziger Hersteller von allogenen Gewebetransplantaten und autologen Zellkulturen. Ziel ist, aus dem Geschenk der Spender mAlglichst vielen Menschen mit schwersten Gewebedefekten eine verbesserte Perspektive auf Heilung zu bieten. Deshalb fAlrdert das 1993 in Berlin gegrundete Institut die Gewebespende, forscht und entwickelt die Transplantatvielfalt stA�ndig weiter. Mittlerweile profitieren jedes Jahr mehr als 35.000 Patienten mit schweren Verletzungen von rund 350 verschiedenen Transplantatarten aus den ReinrA�umen des DIZG.

Source: Business Wire